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„Kelch des hl. Liudger“

Der Kelch aus vergoldetem Kupfer ist einer der ältesten und zugleich kleinsten Messkelche des Abendlandes (Höhe 12,2 cm). Seine Entstehungszeit ist umstritten. Eine Entstehung um 1000 in einer Werkstatt im Essen-Werdener-Raum kann aber angenommen werden. Eine lateinische Inschrift auf dem Fuß lautet: HIC CALIX SANGVUINIS D(omi)NI N(ost)RI IH(es)V XPI(Christi) („Dies ist der Kelch des Blutes unseres Herrn Jesus Christus“). Um den oberen Rand der Kuppa verläuft eine weitere lateinische Inschrift: +AGITVR HAEC SVMMVS P(er) POCLA TRIVMPHVS („Mit diesem Kelch wird der höchste Triumph vollzogen“). In der Werdener Lokaltradition gilt der Kelch seit dem 16. Jahrhundert als Kelch des hl. Liudger, auch wenn neueste Forschungen einer so frühen Entstehung widersprechen. Die Annalen der Abtei Werden, im 16. Jahrhundert von Abt Heinrich Duden verfasst, berichten, dass sein Amtsvorgänger Hermann von Holten im Jahr 1547 den Kelch gemeinsam mit dem bronzenen Kruzifix aus Helmstedt nach Werden mitbrachte, um ihn vor den Wirren der Reformation zu bewahren. Das Kloster in Helmstedt wurde seit dem hohen Mittelalter von den Werdener Äbten in Personalunion geführt.