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Werdener Skriptorium

Das Werdener Scriptorium (Schreibschule) und die künstlerische Produktion waren von überregionalem Rang. Bereits in der Frühzeit verfügten die Werdener Mönche über eine der bedeutendsten Bibliotheken und eine der besten Schreibschulen des Reiches. Das Hauptwerk des Werdener Skriptoriums ist der so genannte Werdener Psalter, der Mitte des 11. Jahrhunderts geschaffen wurde und heute in der Staatsbibliothek zu Berlin verwahrt wird. Die Handschrift enthält die Texte der 150 Psalmen und die beim Chorgebet verwendeten Texte. Besonders bemerkenswert ist der reiche Bild- und Initialschmuck. Kein anderes der großen Skriptorien im Reich schuf eine solch reich mit Miniaturen und Ornamenten dekorierte Handschrift.

Das Werdener Skriptorium hatte seine Blütezeit in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts. Der allgemeine Wandel der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse hatte auch in der Abtei Werden eine hohe Verschuldung und einen Verfall der klösterlichen Disziplin zur Folge. Erst durch die Einführung der Bursfelder Reform 1474 erblühten Bibliothek und Skriptorium wieder. Nach 1500 wurden die Handschriften des frühen Mittelalters, die nicht mehr gut lesbar waren, aussortiert und als Makulatur für die Neueinbindung der Klosterbibliothek und der Akten der Klosterverwaltung benutzt. Heute sind von den frühmittelalterlichen Stücken nur Fragmente erhalten, die jedoch die Blüte des Werdener Skriptoriums und der Bibliothek im 12. Jahrhundert erahnen lassen. Ein herausragendes Beispiel für die zweite Blüte, die nach der Bursfelder Reform einsetzte, ist der so genannte „Hugenpoet-Psalter“.

Weitere große Verluste musste die Klosterbibliothek Werdens bei der Säkularisierung hinnehmen, bei der ein Großteil der Handschriften in staatlichen Besitz überging. Diese werden heute in der Universitäts- und Landesbibliothek in Düsseldorf verwahrt. Andere wiederum wurden in die ganze Welt verstreut und sind heute in Museen in Großbritannien, Frankreich, Russland oder Schweden zu sehen. Der übrige Bestand der Werdener Klosterbibliothek, immerhin noch ca. 2250 Bände, soll in der Zukunft in die Räume der Schatzkammer integriert und so Interessierten zugänglich gemacht werden