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Führungen zum Grab des hl. Liudger

22.04.2014 Liudger, der Gründer des Werdener Klosters und Bischof von Münster, verstarb nach längerer Krankheit am 26. März 809 auf einer Visitationsreise in Billerbeck. Er selbst wählte den Ort seines Grabes unter einem im Osten der Werdener Klosterkirche gelegenen Baum. Streitigkeiten zwischen dem Werdener Konvent und dem Bistum Münster, dessen erster Bischof Liudger war, führten dazu, dass die Beisetzung in Werden erst einen Monat nach seinem Tod vollzogen werden konnte.

Nach der Mainzer Synode im Jahr 813, die es fortan Bischöfen und Äbten erlaubte, in ihren Kirchen bestattet zu werden, entschlossen sich die nachfolgenden Äbte aus der Familie des hl. Liudger, die so genannten Liudgeriden, das Grab des Gründers in die Kirche einzubeziehen. Unter dem Liudgeriden Altfrid (839/840–849) wurde mit dem Bau einer Krypta, einer Grabkammer, und im Anschluss daran mit einem völligen Neubau der Abteikirche begonnen. Im Jahr 875 wurde der nach Osten über das Grab des hl. Liudger erweiterte zweite Kirchenbau geweiht.

Aus der Regierungszeit des Abtes Gero (reg. 1050-1063) wird sowohl von dem Einsturz als auch einem Neubau der Kryptenanlage berichtet. Es entstand die heute noch in großen Teilen bestehende Ringkrypta. Genau im Scheitel des Umgangs befindet sich bis heute die kleine tonnengewölbte Grabkammer. Sie bezeichnet den locus arboris, also jenen Ort, den Liudger selbst wählte und an dem er nach seinem Tod in Werden bestattet wurde.

Doch bereits unter Abt Adalwig (reg. ca. 1065–1080) waren bauliche Maßnahmen notwendig. Ihm wird die künstlerische Neugestaltung der Kryptenanlage und des Chores zugeschrieben. Der Werdener Tradition nach erhob  er die Gebeine des hl. Liudger aus der Krypta in den Chorraum. Die Quellen berichten von einem kostbaren silbervergoldeten Prunkschrein, der im Chorraum aufgestellt war. Mit der Stirnseite lag der Schrein auf dem Altar auf. Die Rückseite wurde von zwei heute noch in der Schatzkammer erhaltenen Säulen getragen. Der nun leere Bruchsteinsarkophag in der Krypta hatte die Funktion einer wundertätigen Berührungsreliquie.

Dass die Verehrung des hl. Liudger unter den Äbten Gero und Adalwig einen Höhepunkt erreicht hatte, zeigen insgesamt zehn ornamentale und figürliche Reliefs aus Baumberger Sandstein. Sie sind künstlerisches Zeugnis der umfassenden Neugestaltung und der Verehrung des Klostergründers die im 11. Jahrhundert einen Höhepunkt erreicht hatte. Dennoch lässt sich trotz zahlreicher Rekonstruktionsversuche, ihre ursprüngliche Anbringung nicht eindeutig klären.

Zum tausendjährigen Todestag des Heiligen 1909 wurden die Reliquien dem barocken Hochaltar entnommen und in einen neuromanischen Holzschrein in die Krypta überführt. Heute ist dieser Schrein in der Schatzkammer St. Ludgerus ausgestellt,  da die Reliquien 1984 in einen modernen Bronzesarkophag von Gernot Rumpf überführt wurden.

Für die jährliche Ludgerus-Prozession am ersten Wochenende im September werden die Gebeine des hl. Liudger, geborgen in einem metallenen Sarg im Inneren des modernen Bronzesarkophags, entnommen.  Der Sarg wird in einen Prozessionsschrein aus der Schatzkammer umgebettet. Nach jahrhundertelanger Tradition werden so die Reliquien in einer feierlichen Prozession durch Werden getragen. Diese Umtragung geht bis in das 12. Jahrhundert zurück.

 

Das Heiligengrab in der Krypta der Basilika steht im Blickpunkt der Führung. Ein Mitglied unseres Führungsteams wird Geschichte und Bedeutung sowie die Ausstattung der Krypta erläutern. Im Anschluss wird der Hochaltar, in dem bis 1909 die Gebeine des hl. Liudger in einer hölzernen Truhe ausgestellt waren, erklärt. Im Untergeschoss der Schatzkammer werden dann jene Objekte genauer in den Blick genommen, die in direkter Verbindung mit dem Heiligengrab stehen: Säulen, die den mittelalterlichen Prunkschrein getragen haben, einzigartige Reliefs, die zum Grabaufbau gehörten und textile Fundstücke aus dem Heiligengrab.

Dauer: 60 Min.; 40 € pro Gruppe, zzgl. 2 € Eintritt p.P.